Die Familie als Erziehungsinstanz
Der Einfluss der Eltern auf das Verhalten und Erleben ihrer Kinder ist bei weitem größer als der Einfluss von Lehrer/innen und Erzieher/innen. In den ersten 10, 12 Jahren wird die kindliche Persönlichkeit am stärksten von der Familie geprägt; hier erwerben Kinder die meisten sozialen und affektiven Kompetenzen.
In "erziehungsmächtigen" Familien entwickeln sich Kinder positiv und wachsen zu glücklichen, beziehungsfähigen, selbstbewussten und psychisch gesunden Menschen heran. Andere Familien sind hingegen "erziehungsschwach", beispielsweise bedingt durch Verunsicherung der Eltern in pädagogischen Fragen, Erziehungsunfähigkeit, Überbehütung, Vernachlässigung, häufig auftretende Ehekonflikte, Scheidung der Eltern und ähnliche Faktoren. Hier entwickeln Kinder häufig Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Probleme.
Fazit
Schulen und Kindertageseinrichtungen sollten einerseits den Einfluss bildungs- und erziehungsmächtiger Familien würdigen. Andererseits müssen sie auf bildungs- und erziehungsschwache Familien positiv einwirken (und für deren Kinder besondere Förderangebote bereitstellen). Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen müssen erkennen, dass die Bildung bzw. Erziehung des jeweiligen Kindes eine "Co-Produktion" ist und dass sie deshalb intensiv zusammenarbeiten sollten. Sie sind sozusagen "natürliche" Partner.